Nach einer längeren Fußballflaute in Sachen Freizeitgestaltung mit daraus resultierender Tiefschlafphase des dazugehörigen
Homepagebereiches hisste Flottenkapitän Gorgonski in einer kurzen Zwischenschichtpause die großen Segel, um Dynamos
Barke, leckgeschlagen in der Bucht zum rettenden Ufer, zu begutachten und um sich nebenher von angefachten Leidenschaften auf
dem Stimmungsdampfer Sankt Pauli anstecken zu lassen.
Okay, eine Weltumsegelung war es nicht- eher die Variante auf einem Stein viermal über die Wasseroberfläche eines Flüsschens zu hüpfen.
Nichtsdestotrotz muss man erstmal den Arsch hochkriegen, wenn man an eine Reling treten will.
Laut Wrackkapitän Janssen stand Dynamo eine Fernsicht mit defensiver Grundhaltung zu, in deren Folge ein Einlullkonzept
greifen sollte, durch welches dem Hamburger Pott Dampf aus den Schornsteinen Richtung Relegationsplatz genommen werden würde.
Der Kurs stand also für beide und schlimmstenfalls würde danach nur St. Pauli auf den end- und bedeutungslosen Weiten des Ligaozeans herumschippern.
Insgesamt eine schöne Aussicht aus dem Mastkorb für einen Sonntagnachmittag.
Dynamo hatte in der langweiligen Anfangshalbstunde leichte Vorteile, ohne richtig Muskeln zeigen zu können, der Gast antwortete
mit dem 0:1 und zog noch ein paar Segel hoch.
Allerdings verpuffte die Wirkung ziemlich schnell und mündete aufgrund einer Unaufmerksamkeit sogar in das 1:1 durch den Gastgeber.
In die Pause sangen sich trotzdem die Gäste, während von Rechtsaußen das Spaßprogramm gen Gästeblock vorgetragen
wurde. Obszöne Pornogesten schwammen in einem Teich mit lustigem Hasshabitus. Der überaus agile Ordnungsdienst griff erst ein
und durch, als die Badehose auf Knöcheltiefe gefallen war und das einäugige Ausscheidungsorgan für Festnahrung Richtung
Awaysektor fernrohrte.
Zu Beginn der zweiten Halbzeit stieg unter Deck der sächsischen Barke das Wasser, nachdem Halstenberg einen Freistoß direkt
versenkt hatte. Danach wogte alles dezent auf und ab und rüber und nüber (wie sich der schreibende Erzgebirgler ausdrücken
müsste, wenn er denn dem Laster der Mundart verfallen wäre), ohne eine echte Seekrankheit auslösen zu können.
Die Stimmungshoheit bis weit nach Schlusspfiff, und im schnell zum menschenleeren Hafen mutierten Stadion, hatte der
Gastanhang, dessen Mannschaft sich u.a. in Prager Reisebussen eingeschifft hatte, die schon mal schlimmer ausgesehen haben mussten.
Dass das braun-weiße Prachtschiff der Siegkicker nach dem Duschen gegen einen Dresdner Schlepper getauscht werden
musste, offenbart wieder einmal, wie sorgsam man im Dynamolager althergebrachte Traditionen pflegt.
Ahoi!
PS: Der Multimediaanteil ist etwas mager ausgefallen, weil sich der Macher aufgrund seiner diesbezüglichen Tätigkeit den Zorn
einiger Offiziere zuzog, die ihm nachdrücklich rieten gewisses Material über Bord zu kippen.